Die Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich „TÜV", ist alle 2 Jahre Pflicht – beim Neuwagen erst nach 3 Jahren. 2026 liegen die Kosten zwischen 89 und 145 € je nach Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS), Bundesland und Fahrzeugklasse. Wer durchfällt, zahlt schnell das Doppelte – also lieber vorab prüfen.

Was kostet was?

  • HU (Hauptuntersuchung): 60–80 €
  • AU (Abgasuntersuchung): 25–55 €
  • Bei Mängeln: Nachprüfung ~25 € extra (innerhalb 1 Monat)
  • HU für Wohnmobile / Anhänger: 70–110 €
  • HU für Oldtimer (H-Kennzeichen): 60–90 €

Tipp: TÜV, DEKRA und GTÜ kosten oft 10–20 € weniger, wenn du den Termin direkt online buchst.

Häufigste Mängel 2025/2026

Laut TÜV-Report sind das die Top-Gründe für Mängel:

  1. Beleuchtung (defekte Lampen, falsche Einstellung) – Platz 1 seit Jahren
  2. Bremsen (Bremsscheiben, Bremsflüssigkeit, Bremsleitungen)
  3. Achsen, Federn, Stoßdämpfer
  4. Ölverlust an Motor, Getriebe, Servolenkung
  5. Reifen (Profil unter 1,6 mm, beschädigte Flanken, ungleichmäßiger Verschleiß)
  6. Korrosion an tragenden Teilen (Schweller, Radläufe, Bremsleitungen)
  7. Auspuffanlage (Undichtigkeiten, lockere Halter)
  8. Frontscheibe (Steinschläge im Sichtbereich des Fahrers)

Vorabcheck spart Geld

Eine Werkstatt-Vorabprüfung (30–60 €) deckt 80 % der typischen Mängel auf. Reparatur vor der HU ist meist günstiger als Nachprüfung + Reparatur danach. Viele Werkstätten bieten kostenlose TÜV-Vorbereitung an, wenn die anschließende HU bei ihnen durchgeführt wird.

Selbstcheck-Liste (5 Minuten)

  • Alle Lampen prüfen (Abblend-, Fern-, Standlicht, Blinker, Brems-, Rückfahr-, Nebelschluss-, Kennzeichenbeleuchtung)
  • Scheibenwischer und Waschwasser
  • Reifenprofil messen (min. 1,6 mm, empfohlen ab 4 mm wechseln)
  • Warndreieck, Verbandskasten (Mindesthaltbarkeit!), Warnweste
  • Ölstand und Bremsflüssigkeit
  • Werkzeugkasten/Pannenset vollständig

Plaketten-System

  • Grüne Plakette: alles ok, in 2 Jahren wieder
  • Rot: bestanden, aber Hinweis auf zu erwartenden Mangel
  • Keine Plakette: erheblicher Mangel, 1 Monat Nachfrist zur Reparatur
  • Bei Gefahr im Verzug: sofortige Stilllegung, kein Weiterfahren

TÜV-Frist abgelaufen – was nun?

  • 2–4 Monate über fällig: 15 € Verwarnungsgeld
  • 4–8 Monate: 25 € + Punkt in Flensburg
  • über 8 Monate: 60 € + Punkt + vertiefte HU
  • bei Unfall mit abgelaufenem TÜV: Versicherung kürzt im Worst Case Leistungen

Wichtig: Die HU-Frist berechnet sich vom Vormonat des Stichtags, nicht vom letzten Prüftag. Wer die HU 2 Monate früher macht, verliert keine Zeit.

Was bei Elektroautos geprüft wird

  • Hochvolt-System (Isolationswiderstand, Schutzleiter)
  • Reichweitenanzeige und Ladegerät
  • Brems- und Rekuperationssystem
  • Software-Stand und Sicherheits-Updates
  • AU entfällt – E-Autos haben keinen Abgasstrang

Häufige Fragen

Wer darf die HU machen? Nur amtlich anerkannte Prüforganisationen: TÜV (Süd, Nord, Hessen, Rheinland), DEKRA, GTÜ und KÜS. Werkstätten können oft Termine vor Ort anbieten.

Kann ich die HU im Ausland machen? Nein – die deutsche HU muss in Deutschland erfolgen. EU-Pendants (z. B. ITV in Spanien, Contrôle Technique in Frankreich) werden nicht anerkannt.

Was tun bei „erheblichem Mangel"? Innerhalb eines Monats die Mängel beheben und zur Nachprüfung erscheinen. Sonst verfällt der HU-Bericht und du brauchst eine komplette neue HU.

Mit Nexcardeal siehst du die HU-Daten direkt nach dem Scan deines Fahrzeugscheins – inkl. automatischer Erinnerung 4 Wochen vor Ablauf.