Eine moderne KI-Schadenerkennung kann Kratzer, Dellen, Hagelschäden und Lackdefekte erstaunlich präzise identifizieren – wenn die Fotos passen. Schlechte Fotos halbieren die Erkennungsgenauigkeit und kosten dich im Verkauf bares Geld: Käufer kalkulieren bei unklarem Bildmaterial automatisch einen Risikoaufschlag von 5–15 % nach unten.

Diese 6 Regeln machen den Unterschied – und sind die Basis für jede gute Inseratsfotografie auf mobile.de, AutoScout24 oder Kleinanzeigen.

1. Tageslicht statt Blitz

Diffuses Tageslicht (bewölkter Himmel, Schatten eines Gebäudes, frühe Morgenstunden) zeigt Lackdefekte am besten. Blitzlicht erzeugt harte Reflexionen, die kleine Kratzer überstrahlen und Dellen flach erscheinen lassen. Pralle Mittagssonne ist ebenfalls ungeeignet – sie wirft harte Schatten.

2. Sauberes Auto

Staub, Pollen und Schmutz täuschen Schäden vor und reduzieren die KI-Genauigkeit um bis zu 30 %. Vor dem Fotografieren: kurz waschen, trocken polieren, Felgen reinigen. Eine professionelle Wäsche für 8–15 € rechnet sich praktisch immer.

3. Drei Distanzen pro Schaden

Für jeden Schaden empfehlen wir drei Aufnahmen:

  • Übersichtsfoto (ganzes Bauteil, z. B. Heckklappe komplett)
  • Mittlere Distanz (1–2 m vom Schaden)
  • Nahaufnahme (20–30 cm) mit Maßstab daneben (z. B. 1-Euro-Münze oder Lineal)

Die KI nutzt die Übersicht zur Lokalisation und die Nahaufnahme zur Klassifikation.

4. Senkrechter Winkel

Halte das Smartphone möglichst parallel zur Oberfläche. Schräge Winkel verzerren die Schadensfläche und führen zu falscher Größeneinschätzung. Bei Kratzern hilft ein leichter 15°-Winkel, um die Tiefe sichtbar zu machen.

5. Konstante Auflösung

Mindestens 8 Megapixel, JPEG-Qualität maximal. Die meisten Smartphones liefern das im Standardmodus. Vermeide HDR bei Detailaufnahmen – es glättet Texturen und versteckt Mikrokratzer.

6. Reihenfolge einhalten

Empfohlene Reihenfolge für die KI-Analyse:

  1. Frontstoßstange
  2. Motorhaube
  3. linke Seite (Kotflügel → Tür → Schweller → Heckkotflügel)
  4. Heck (Stoßstange, Klappe, Heckscheibe)
  5. rechte Seite
  6. Dach
  7. Innenraum (Armaturenbrett, Sitze, Kofferraum)
  8. Motorraum
  9. Unterboden (falls möglich)

So entsteht ein lückenloser Rundgang, der auch in jedem späteren Kaufvertrag als Beweisstück taugt.

Bonus: Video-Walkaround

Ein 30–60-sekündiges Video deckt Stellen ab, die du beim Fotografieren übersiehst. Nexcardeal akzeptiert MP4 und extrahiert automatisch die relevanten Frames für die KI-Analyse. Vorteil: bewegte Aufnahmen offenbaren Hochglanzkratzer im Licht besser als jedes Standfoto.

Was die KI besonders gut erkennt

  • Steinschlag in Lack und Glas
  • Hagelschäden (Dichte pro Quadratmeter)
  • Kratzer ab ~1 cm Länge
  • Beulen und Dellen ab 5 mm Tiefe
  • Korrosion an Schwellern und Radläufen
  • Reifenprofil und Reifenalter (DOT-Nummer)

Was die KI (noch) schlecht erkennt

  • Schäden unter Folierung oder Lackfilm
  • Vorschäden mit fachgerechter Reparatur
  • Innere Karosserieschäden (z. B. Längsträger)
  • Elektronikfehler ohne Fehlercode-Auslese

Für diese Bereiche bleibt der manuelle Sachverständige unersetzlich.

Tipp

Mit Nexcardeal startest du den geführten Fotomodus direkt im Smartphone – die App leitet dich durch die Reihenfolge, prüft Schärfe und Belichtung in Echtzeit und generiert am Ende einen detaillierten Schadensbericht, der direkt in den Kaufvertrag übernommen wird.